Dieser Beitrag lässt mal wieder das Strickerinnenblut in Wallungen geraten. Es geht um die viel diskutierten Spülllappen, die man anscheinend entweder liebt oder hasst. Nun würde ich mich selbst lieber piercen als einen Spüllappen zu stricken, dessen Sinn sich mir in Zeiten von Mikrofasertüchern nicht erschließt. Aber ich bin auch der Meinung: Jeder das ihre. Wer sich in Massenproduktionen von Spülllappen oder glatt rechts gestrickten Socken ergehen will, der soll das tun. Haupsache, ich muss das nicht machen.

Es gab schon einige Beiträge zum Thema, die mir gut gefallen haben, da sie mit Augenzwinkern und Witz vorgetragen wurden. Auch da fühlten sich Leute verletzt, aber auch einige LäppchenstrickerInnen teilten den Humor. Es ist natürlich legitim, in seinem eigenen Blog über die eigenen Strick- (und sonstigen) Vorlieben und Abneigungen zu berichten. Das macht die Sache persönlich und lebendig. Aber es wäre vielleicht günstig, das nicht auf eine Art und Weise zu tun, bei dem man beim Lesen das Gefühl hat, es mit einem Menschen zu tun zu haben, auf den – gelinde gesagt – das zweifelhafte Prädikat “verhaltensauffällig” zutrifft. Es geht eben um Spüllappen und nicht um Neonazis, prügelnde Ehemänner, misshandelte Kinder oder den Hunger in der Dritten Welt. Spülllappen sind harmlos und umweltfreundlich. Wer sie nicht mag, braucht sie nicht zu stricken. Aber von einer Vorliebe für eine bestimmte Projektart auf persönliche Unzulänglichkeiten und Defizite der Strickerin zu schließen (langweiliges Leben, Übergewicht), sagt nichts über die Spülllappendamen aus, aber dafür sehr viel über die Autorin (und das ist so, dass ich ihr nach Möglichkeit aus dem Wege gehen werde, da ich Menschen, die offensichtlich derart problembehaftet sind, nicht so gerne in meiner Nähe habe, und sei diese auch nur virtuell). Mal ehrlich, hier werden Menschen wegen SPÜLLAPPEN abgewertet, geht’s noch? Mal ganz abgesehen davon, dass es für modern denkende, emanzipierte Frauen unter der Würde sein sollte, sich über eventuelles Übergewicht anderer Menschen in der Öffentlichkeit zu äußern, schon gar nicht auf diese Weise.

Ich bin sehr für kontroverse Diskussionen und lege keinen Wert darauf, dass immer alle meine Meinung teilen. Aber ein gewisses Niveau bei der Meinungsäußerung sollte schon gewahrt bleiben. In diesem Sinne hoffe ich, dass viele Spüllappenstrickerinnen der Autorin empfehlen, sich ihre unaufgeräumte Garage in den Arsch zu schieben und sich wieder ihren sonstigen Tätigkeiten zuwenden.