Beim Stricken heute ist mir folgende Frage gekommen: Was machen eigentlich Wollstrickerinnen, wenn sie feststellen, daß sie versehentlich von der Strickvorlage/-anleitung abgewichen sind oder sogar einen “Strickfehler” begangen haben? Trennt ihr das Gestrickte auf und korrigiert es? oder legt ihr das Strickzeug erst mal auf unbestimmte Zeit zur Seite (und ärgert euch, daß euch das passiert ist)? oder könnt ihr Euch mit dem “Strickfehler” arrangieren und bucht es unter “individuelle Machart” ab? Was sind Eure Erfahrungen?

Zweifelsohne Strickanleitungen sind hilfreich! Z. B. beim Pulloverstricken (Musteranleitung und Größenangaben). Oder strickt ihr doch “kreativer”: Stellt die Strickmuster selbst usammen? Nehmt das Maßband zur Hand wegen Breiten- und Längenberechnung, oder sogar den Taschenrechner? Wie geht ihr vor, damit es Euer “Lieblingsstück” wird?

Es kommt auf den Fehler an. Meist trenne ich es auf, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass Fehler einfach stören, auch wenn kein Schwein sie bemerkt. Ich weiß einfach, dass sie da sind, und mir fallen sie dann auch immer wieder auf. Fehler werden nur ignoriert, wenn ich sie “wegpfuschen” kann und sie wirklich nicht mehr bemerkbar sind. Es kann dann passieren, dass das Strickstück erst mal liegenbleibt und ich etwas anderes stricke, bis ich mich zum Trennen und zur Korrektur aufraffe.

Ich modifiziere oft fertige Strickmuster, z. B. mache Pullover länger, verlängere die Ärmel, den Ausschnitt oder lasse Details weg, die mir nicht gefallen. Ich berechne viel selbst, weil mein Körper bei einer Größe von 1,90 m nicht der Norm entspricht. Ich habe auch erste Erfahrungen gesammelt mit einem vollständig selbst berechneten Pullover nach einer Anleitung von Elizabeth Zimmermann, die ja weniger Anleitungen als Richlinien verfasste, und bin sehr zufrieden damit.

Generell kann ich sagen, dass ich eine Anleitung eher modifiziere, bis sie mir gefällt, als einen Schnitt oder eine Musterung hinzunehmen, die ich eigentlich nicht so toll finde. Dabei ist es mir auch egal, dass der oder die DesignerIn es “so” gemeint hat. Ich meine es dann eben anders, und basta. Damit habe ich gute Erfahrungen gemacht, obwohl ich noch nicht so lange stricke und meine Fähigkeiten daher begrenzt sind.