February 1, 2008 - כ"ה שבט תשס"ח



Beim Stricken heute ist mir folgende Frage gekommen: Was machen eigentlich Wollstrickerinnen, wenn sie feststellen, daß sie versehentlich von der Strickvorlage/-anleitung abgewichen sind oder sogar einen “Strickfehler” begangen haben? Trennt ihr das Gestrickte auf und korrigiert es? oder legt ihr das Strickzeug erst mal auf unbestimmte Zeit zur Seite (und ärgert euch, daß euch das passiert ist)? oder könnt ihr Euch mit dem “Strickfehler” arrangieren und bucht es unter “individuelle Machart” ab? Was sind Eure Erfahrungen?

Zweifelsohne Strickanleitungen sind hilfreich! Z. B. beim Pulloverstricken (Musteranleitung und Größenangaben). Oder strickt ihr doch “kreativer”: Stellt die Strickmuster selbst usammen? Nehmt das Maßband zur Hand wegen Breiten- und Längenberechnung, oder sogar den Taschenrechner? Wie geht ihr vor, damit es Euer “Lieblingsstück” wird?

Es kommt auf den Fehler an. Meist trenne ich es auf, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass Fehler einfach stören, auch wenn kein Schwein sie bemerkt. Ich weiß einfach, dass sie da sind, und mir fallen sie dann auch immer wieder auf. Fehler werden nur ignoriert, wenn ich sie “wegpfuschen” kann und sie wirklich nicht mehr bemerkbar sind. Es kann dann passieren, dass das Strickstück erst mal liegenbleibt und ich etwas anderes stricke, bis ich mich zum Trennen und zur Korrektur aufraffe.

Ich modifiziere oft fertige Strickmuster, z. B. mache Pullover länger, verlängere die Ärmel, den Ausschnitt oder lasse Details weg, die mir nicht gefallen. Ich berechne viel selbst, weil mein Körper bei einer Größe von 1,90 m nicht der Norm entspricht. Ich habe auch erste Erfahrungen gesammelt mit einem vollständig selbst berechneten Pullover nach einer Anleitung von Elizabeth Zimmermann, die ja weniger Anleitungen als Richlinien verfasste, und bin sehr zufrieden damit.

Generell kann ich sagen, dass ich eine Anleitung eher modifiziere, bis sie mir gefällt, als einen Schnitt oder eine Musterung hinzunehmen, die ich eigentlich nicht so toll finde. Dabei ist es mir auch egal, dass der oder die DesignerIn es “so” gemeint hat. Ich meine es dann eben anders, und basta. Damit habe ich gute Erfahrungen gemacht, obwohl ich noch nicht so lange stricke und meine Fähigkeiten daher begrenzt sind.

Gansey - hole

Es war der erste meiner gestrickten Pullover, den ich wirklich mochte, er war immer noch einer meiner Lieblinge, aber nun ist es vorbei. Er wurde ein Opfer des Mottenfraßes. Es ist irreparabel, und so habe ich meinen lieben cornischen Gansey pietätvoll in der Mülltonne beerdigt. Es tat schon ein bisschen weh, aber ich blicke nach vorn. Ich werde wieder einen cornischen Gansey stricken. Die Wolle ist schon bestellt. Ich werde einiges anders machen als bei diesem Exemplar, denn ich habe daraus einiges gelernt.

  • Ich werde die Originalwolle verwenden, denn die, mit der ich den Pullover strickte, war einfach nicht so geeignet.
  • Ich werde die traditionell angegebene Nadelstärke verwenden, damit das Muster herauskommt, was es bei diesem Exemplar nicht tat (ich wusste, dass es da war, aber das war auch alles)
  • Ich werde auf den Unterarmzwickel verzichten, denn den braucht man nur bei sehr eng anliegenden Gebrauchsganseys. Und ich fische immer noch nicht.
  • Es wird alles schöner, toller, besser.

It was the first sweater I knitted that I really liked, it is still one of the best, but now it’s gone. It became a victim of the moths. It is beyond repair, and so I buried my Cornish Gansey quietly in the dustbin. Yes, it did hurt, and I’m a bit sad, but I won’t look back. I will knit anotherone (there is no live without a Cornish Gansey, really). I already ordered the yarn for it. And I learned a lot in the meantime, and so I will knit it a bit differently:

  • I will use the original yarn as it is used in England for this kind of sweaters, since the yarn I used was really not the best choice.
  • I will knit with the needle size suggested for Ganseys.
  • I won’t knit the gusset. This is absolutely not necessary for “show ganseys” like mine but only for the very tight fitting working ganseys, and I still am not a fisherwoman.
  • Everything will come out besser, nicer, greater than it was, I’m sure.

Soeben habe ich eine total nette Online-Schafspostkarte von der Dame erhalten, die das Glück (Pech?) hat, mich im Rahmen von SNDNRNR bewichteln zu müssen. Liebe Peet, ich habe keine Ahnung, wer Du bist, aber herzlichen Dank an dieser Stelle!

Nun weiß ich, wen ich bewichtele. Ich kenne die Dame nicht, weiß also auch nicht genau, was mich erwartet. Der Fragebogen ist recht allgemein gehalten. Jetzt gehe ich mal brainstormen, was ich so machen könnte.

Lila Lizard

Dieses sind die ersten Stränge, die für den Lizard Ridge vorgesehen sind. Ich werde Version 2 stricken, also in einem Stück. Da ich es doch etwas übertrieben finde, eine Decke aus Noro zu stricken, habe ich mich entschlossen, die Wolle hierfür selbst zu spinnen (was wieder andere übertrieben finden dürften *g*). Natürlich spinne ich das Garn etwas dicker, was mir nach einiger Übung auch wieder gut gelingt.

Faser: Märchenwolle
Gewicht: 160 g
WPI: 10

These are the first skeins of yarn I want to use for the Lizard Ridge. I’ll knit version No. 2, no patches, just one large piece. I think it’s a bit extreme to use Noro Kureyon for a blanket, so I decided to use handspun (and yet to spin) yarn. Of course this yarn is thicker than the one I usually spin, but it came out well.

Fiber: roving for felting, pure wool
Weight: 160 g
WPI: 10

Nudibranch

Und nun kommt etwas aus der Kategorie “Humoristisches zum Wochenende”. Dies ist mein allererster Versuch, Effektgarn zu spinnen. Schön ist was anderes, aber Spaß hat es gemacht (und den Horizont erweitert). Es ist nur sehr wenig, ca. 15 Gramm, und es ist eine Wochenaufgabe einer Ravelry-Group, in der wöchentlich ein Foto gepostet wird, das einen zu eigenen Kreationen (spinnen, stricken, häkeln…) inspirieren soll. Naja, bald geht es bestimmt aufwärts und die nächsten Resultate werden präsentabler. :D

And this is from the category “a hearty laugh for the weekend”. It’s my very first attempt to spin some novelty yarn. It doesn’t look good, but it was really fun to spin (and a real mind-opener). It’s just a small amount (15 g), and it was the task of the week of a Ravelry group. There a picture is posted once a week which is used to inspire for some crafty creations (spinning, knitting, crocheting…). Never mind, the next results will be more presentable, I hope. :D

Yarn Books

Das hätte man sich am Anfang der Strickkarriere auch nicht gedacht, dass einen mal Bücher zum Thema Garn interessieren könnten (naja, das heißt nicht viel, immerhin dachte ich auch nicht, jemals selbst spinnen zu wollen… aber lassen wir das). Fast zwei Jahre später ist man dann schlauer. Und um zwei Bücher reicher.

When I started knitting almost two years ago I never thought I might be interested in books about yarn (well, this doesn’t mean too much regarding the fact that I never dreamt about spinning yarn myself at that time…). Almost two years later I know it better (and own two books more).

Der linke Band ist vor allem für die interessant, die selbst spinnen. Neben der industriellen Garnbereitung ist ein großer Abschnitt dem Handspinnen gewidmet – und hier den verschiedenen Spinn- und Zwirntechniken. Es ist eine Bereicherung für alle, die sich an unterschiedlich gestalteten Garnen versuchen wollen (und nicht unbedingt Effektgarn dabei im Sinn haben, obwohl das auch besprochen wird).

The book on the left is of interest for all who spin. Here the industrial yarn production is discussed as well, but the emphasis lies on differend handspinning techniques, and plying, of course. It will serve you well if you want to give these techniques a try, but not necessarily novelty yarns, although these are presented as well.

Das zweite Buch konzentriert sich auf Garne, die kommerziell angeboten werden. Verschiedene Materialien werden vorgestellt und die Arten, diese industriell zu verarbeiten. Dabei wird auch auf Themen wie Farbe und Garnarten eingegangen. Ein besonderes Plus dieses Buches sind die passenden Projekte, die begleitend zu den einzelnen Garnkategorien beigefügt sind. Hier sind auch bekannte Designerinnen wie Nora Gaughan, Teva Durham, Cat Bordhi und Amy King vertreten.

The book on the right side concentrates on commercial yarns. The author discusses the different materials and many kinds of fibres and the different ways of industrial processing and colouring. A special goodie are the projects which come with each chapter / yarn categorie. Here you find well-known names like Teva Durham, Nora Gaughan, Cat Bordy, or Amy King.

Elfin Bride - Tail

Dies ist der untere Rücken (für handfestere Leute: Die Arsch-Sektion) des Elfin. Der Laceteil hat sehr viel Spaß gemacht. Schwierig war es bisher nicht, man muss nur der Anleitung genau folgen. Die Konstruktion des Pullovers ist einfach sehr ungewöhnlich, und das endlose Gedödel mit den Maschenraffern macht mich manchmal wahnsinnig. Viele Maschen werden an unterschiedlichen Stellen stillgelegt, um zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgenommen zu werden. Das von mir ausgewählte Material (Mercerisierte Baumwolle von Marianne Isager) scheint ideal für das Modell zu sein: die Lace-Sektionen kommen sehr gut heraus, und es gibt keine hässlichen Stellen beim Aufnehmen der Maschen oder beim Stricken der verkürzten Reihen. Übrigens: falls jemand Angst vor verkürzten Reihen hat: Dieser Pullover ist die Schocktherapie. :D

This is the tail section (the lower back) of the Elfin Bride Sweater. The lacy part was really fun to knit. It was not difficult at all until now, you just have to follow the instructions. The construction of this sweater is just very unusual, and fumbling around with appr. 1 Mio. stitch holders drives me crazy sometimes. A lot of stitches are put on holders for being knitted later. The yarn I chose seems to be ideal for the sweater: the lacy sections come out beautifully, and there are no ugly “seams” after picking up stitches or knitting short rows. By the way: if you are afraid of knitting short rows, this sweater is the ultimate shock therapy! :D

Elfin Bride - Tentakel

Nachdem das mittlere Rückenteil fertig ist, beschäftige ich mich nun mit dem Stricken von… Tentakeln?

After finishing the middle part of the back, I’m busy knitting some tentacles.

Welche Marke und Garnzusammensetzung bevorzugt ihr bei Sockenwolle? Kauft ihr lieber Industrie- oder Designergarn, vielleicht auch handgefärbte Wolle? Und welche Gründe habt ihr dafür?

Generell bevorzuge ich Sockenwolle mit einem kleinen Kunstfaseranteil wegen der Haltbarkeit. Ich habe bei Sockenwolle drei Favoriten.

1. Selbstmusternde Sockenwolle: Hier ist mein absoluter Favorit Zitron Trekking, gefolgt von Lana Grossa Meilenweit Stretch. Die Garne sind haltbar, mustern geschmackvoll und haben eine tolle Farbigkeit, selbst wenn die einzelnen Töne stark kontrastieren.

2. Einfarbige Sockenwolle: Die benutze ich für Fair Isle und alle Muster, bei denen Mehrfarbiges nur stört. Mein Favorit hier: Lang Jawoll. Kommt mit einer kleinen Rolle Verstärkungsgarn.

3. Handgefärbte Sockenwolle: Selbst auf die Gefahr hin, mich unbeliebt zu machen: Ich mag da nur weniges. Mein Favorit (und die einzige, die ich kaufe) ist die Wollmeise. Die Stränge sehen nämlich auch verstrickt noch gut aus. Mal abgesehen davon, dass viele handgefärbte Stränge an derselben Sache kranken wie selbstmusternde Sockenwollen (nämlich an einer gakeligen Farbgebung), sehen die große Mehrheit nur im Strang gut aus, verstrickt aber nicht so. Und dafür gebe ich kein teures Geld aus. Färben ist eine Kunst, und Kunst kommt von Können, nicht von Wollen (sonst hieße es Wunst).

Morgen, 19. Februar 2008, treffen wir uns wieder zum gemeinsamen Stricken und Schnacken. Weitere Informationen zum Wann und Wo gibt es hier.

Tomorrow, February 19, 2008 we will meet again for knitting and chatting. Please view this page for details.

Nils - vor dem Waschen

Ich wanderte durch ein tiefes, finsteres Tal, aber am Ende kam ein großer, schwarzer Pullover dabei raus. Ich bin nämlich fertig. Dies ist der sehr große und sehr, sehr schwarze Pullover für meinen Lebensgefährten vor dem Waschen. Ich kann es immer noch nicht glauben, ABER ES IST GESCHAFFT!!! *brüll*

It took a long, long time, but at the end a huge black sweater was the result. I’ve finished it today. This is the very large and very, very black sweater for my partner before washing. I still can’t believe it, but I really made it after all!

Nils - Detail

Technische Details:
Muster: Seamless Saddle Shoulder Sweater
Design: Elizabeth Zimmermann (Konstruktion)
Material: Debbie Bliss Cashmerino Aran
Farbe: 300300 (schwarz)
Nadelstärke: 4
Garnverbrauch: 1000 g
Größe: riesig

Technical Details:
Pattern: Seamless Saddle Shoulder Pullover
Design: Elizabeth Zimmermann (construction)
Yarn: Debbie Bliss Cashmerino Aran
Colour: 300300 (black)
Needles: 4 mm
Size:huge

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