July 1, 2007 - ט"ו תמוז תשס"ז


Mein Lebensgefährte, fragte mich, ob ich ihm ein Paar Bärentatzensocken stricken könnte. Ähem, ja, mache ich … aber ich glaube über das Wie muss ich gründlich nachdenken.

My partner asked me to knit a pair of socks for him which look like bear’s paws. Well, yes, I will do so, but I think I will have to contemplate about how to do this.

Gibt es etwas, was ihr gar nicht mögt beim Stricken, abgesehen vom wiederaufribbeln und vernähen? “Ich hasse es zum Beispiel, linke Reihen machen zu müssen … ;-)

 Ich bin nicht allzu scharf auf Intarsien. Ich mag Farbstrickerei, aber Intarsien finde ich einfach mühsam. Ansonsten gibt es Techniken, die nicht unbedingt meine erste Wahl sind, z. B. Lace, auch wenn ich immer wieder damit liebäugele. Aber so gar nicht mögen tue ich eigentlich nur das Zusammennähen. ;)

Es gibt – analog zum Wollschaf – nun auch Fragen bezüglich des Spinnens. Die erste Frage lautet: Wie bist Du zum Spinnen gekommen?

Zum Spinnen bin ich durch das Internet gekommen, aber auch durch meine gestiegenen Bedürfnisse in stricktechnischer Hinsicht. Ich habe durch mein Stricken meine Ansprüche neu definiert und auch meine Liebe zur Langsamkeit entdeckt. Gerade naturfarbige Garne haben es mir angetan, und die gibt es eben kaum fertig gesponnen, in der Nadelstärke, die ich gerne hätte (und das ist eher dünn).

 

Japanischer Rippenpullover 3

Dies ist mein japanischer Rippenpullover von Isager. Ich habe ihn wesentlich länger gestrickt als die Anleitung vorsieht. Ich werde auch den Halsausschnitt verändern und stricke die Rückenpassage anders als vorgesehen. Insofern wird es wohl eher ein “Japanischer Rippenpullover – frei nach Isager”.

This is the Japanese Rib Sweater by Isager. I knitted it much longer than suggested by the designer, I will modify the neckline and the sleeves. Therefore it will rather become a “Japanese Rib Sweater” after Isager’s motives. :D

Es gibt eine neue Internet-Community zum Thema Stricken. Da man gute Ideen unterstützen und nicht durch Genörgel im Keim ersticken sollte, schalte ich mal einen Werbeblock dafür.


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Irish Beach

Ich konnte es natürlich nicht erwarten, meine erste Pulloverwolle, graues Gotlandschaf, anzustricken, obwohl ich vor lauter WIPs schon gar nicht mehr weiß, wo mir der Kopf steht. Dies ist das Bündchen des Irish Beach Sweaters von Alice Starmore, ein etwas eigenwilliges Zopfmuster. Die Wolle strickt sich toll, das Strukturmuster wirkt etwas diffus, was mich aber nicht stört, da das Original im Bild recht unruhig wirkt. Allerdings merke ich, dass Nadelstärke 5 für mich das Maximum ist, was ich als komfortabel empfinde. Unvorstellbar, dass ich mal mit Nadelstärke 8 gestrickt habe…

Of course I could not wait to knit with my first handspun yarn, intended for the Irish Beach Sweater by Alice Starmore. I have a countless number of WIPs, but I simply had to do this. This is the cuff which shows a pattern rather opinionated, and the yarn is very comfortable and smooth to knit with. The pattern looks a bit diffuse, but I like it this way since the cables are rather agitated. The cuff is knitted with 5 mm needles, and I feel this is the maximum needle strengh I feel comfortable with. I can’t believe I knitted sweaters with 8 mm needles once…

Mit diesem Pullover geht es mir ähnlich wie den Mystery-Stole-Teilnehmerinnen: die warten auf das Muster, dafür warte ich auf die Wolle. Ich spinne täglich daran, aber ich verstricke auch das Garn, das fertig geworden ist. Die Prozedur der Garnherstellung ist auch nicht wirklich schnell:

  1. spinnen – zwei Spulen voll (und die Spulen meines Henkys sind groß)
  2. ruhen lassen – mindestens einen Tag nach der letzten gesponnenen Partie
  3. zwirnen
  4. ruhen lassen – für einen Tag bin ich meist zu ungeduldig
  5. zum Strang wickeln, mittels der praktischen Niddy Noddy
  6. waschen – mit wenig Olivenölseife in sehr warmen Wasser für ein paar Stunden einweichen
  7. trocknen lassen – dauert meist zwei Tage
  8. zum Knäul wickeln

It’s a bit like the mystery stole thing: The participants wait for the next clue, but I have to wait for more yarn to be spun. Currently I’m spinning a certain amount of it every day, and I knit the finished yarn immediately. But producing yarn is not a very fast process:

  1. spinning – two bobbins, and my Henky’s wheel’s bobbins are quite large
  2. giving the singles a rest of at least a day for letting the twist set a bit
  3. plying
  4. giving the plied yarn a rest again – but for a whole day I’m too impatient at the moment
  5. skeining with the very practical niddy noddy tool
  6. soaking it in very warm water with a bit of olive soap for a few hours
  7. drying (takes appr. two days)
  8. winding it to a ball

Meine Freizeit teile ich zwischen Spinnen, Stricken, Bass spielen und Harry Potter lesen auf. Obwohl das Spinnen auch viel Zeit kostet, bin ich froh, dass ich es gelernt habe, und ich möchte darauf nicht mehr verzichten.

Currently I have to divide my free time between spinning, knitting, playing bass, and reading the last volume of Harry Potter. Although spinning takes it’s time I’m glad I learned it, and I don’t want to do without any more.

Graue Gotlandwolle

Nachdem ich mit dem Spinnen dünner Fäden mit der sehr anfängertauglichen schottischen Wolle recht erfolgreich war, machte ich mich auf zu neuen Ufern. Graues Gotlandschaf ist es diesmal. Ich habe ein Kilo von dem Material, das ich für den Irish Beach Sweater von Alice Starmore aus dem Buch Pacific Coast Highway verwenden möchte. Ich merke, dass es nicht so einfach ist, nicht mehr ganz so dünn zu spinnen (aber natürlich trotzdem gleichmäßig), vor allem nicht mit dem Gotlandschaf. Aber ich bin von der natürlichen Farbe begeistert, die so differenziert und lebendig ist, wie keine Färbung es hinbekommen kann. Ich finde es schade, dass naturbelassene Garne kaum erhältlich sind, und wenn, dann nur in superdick und/oder superunregelmäßig (für den originalen Sozipädchic wahrscheinlich).

After being successful with spinning thin yarn with the very beginner-friendly Scottish roving, I had to try something new: This time it’s Gotland sheep roving. I have one kilo of it, and I plan to use it for the Irish Beach sweater by Alice Starmore from the book Pacific Coast Highway. It’s not that easy for me NOT to spin real thin but still regular yarn, specially not with the Gotland roving, but I managed. And I’m fascinated by the natural colour of the material. It’s so sophisticaded and vivid as no dye can ever be. I’s a pity that it seems to be impossible to get a wider range of natural yarns in Germany. They are simply not available, or they are super-bulky or super-irregularily spun.

Und gerade der Irish Beach Sweater mit seinem Strukturmuster verlangt nach einem naturfarbenen Garn, wie ich finde.

In my humble opinion, the Irish Beach Sweater with its structured pattern asks for a yarn with natural colouring.

Genau rechtzeitig erschien ein Artikel zum Thema auf knitty.com. Gefunden bei Annkari. Ich deute das mal als Zeichen für den Erfolg des Projektes. :D

Just on time there is a text published on knitty com, about spinning yarn for a sweater. I found this at Annkari’s Blog. I take this as a clear sign for the success of my project. :D

Jamison Books

Nachdem ich irgendwo las, dass der erste Band der drei Shetland Knitting Books von Jamieson’s eventuell nicht mehr aufgelegt werden soll, musste ich natürlich handeln. Und damit sich das Porto lohnt bzw. wegfällt, habe ich die beiden anderen Bände auch gleich bestellt (Ihr wisst ja alle, wie das ist…). Und was soll ich sagen? Ich bin sehr angetan. Die gezeigten Modelle sind abwechslungsreich, wunderschön und sehr inspirierend für mich. Das hat sich auf alle Fälle gelohnt.

After I read somewhere that the first tome of the three Shetland Knitting Books by Jamieson’s will not be reprinted any more, I had to take action immediately. And for avoiding shipping costs, I ordered the two others as well (you all know…). After browsing the books, I am very happy with my decision. The patterns are wonderful, varied, and very inspiring for me. They are really worth the money and a must for me.

Wann ist ein Ufo ein Ufo? Hand auf’s Herz, hast du welche?

Für mich ist ein Ufo eigentlich erst dann ein Ufo, wenn die Chancen sehr gering sind, dass ich es jemals fertigstellen werde. In diesem Sinn habe ich zwei Dinge, beide aus ultradicker Wolle, was meinem heutigen Geschmacksempfinden überhaupt nicht mehr entspricht.

Außerdem habe ich einige Teile, die momentan ruhen, die ich aber auf jeden Fall weiterstricken werde. Das sind eigentlich Langzeit-WIPs oder Halbufos.

Absinth & Autumn Leaves

Am Wochenende war wieder die nächste Umräumwelle angesagt (*ächz*), aber Stricken und Spinnen kamen auch zum Zuge. Der Japanische Rippenpullover von Isager wächst langsam aber stetig, und am Spinnrad entstanden zwei Stränge aus (nicht von mir) handgefärbter Schottlandwolle: Absinth – das Grüne – und Autumn Leaves. Und beide haben mir gezeigt, wo es bei mir langgeht, spinntechnisch gesehen.

During the last weekend we continued to rearrange our flat, but I found some time to do some knitting and spinning as well. The Japanese Rib Sweater by Isager grows slowly but steadily, and I finished two skeins of handdyed Scottish wool. I named the skeins Absinth and Autumn Leaves. While working on these I found out how I will go on with spinning.

Wir haben in unserer Wohnung keinen Platz zum Färben und Trocknen – mal abgesehen vom Geruchsproblem. Was so als “handgefärbt” verkauft wird, beweist oft genug, dass Färben eine Kunst für sich ist, die nur wenige beherrschen (hiermit beziehe ich mich ausdrücklich auf Garne, die für den Verkauf bestimmt sind, nicht auf Färbeexperimente, die Teil eines Lernprozesses sind). Und ich bin der Meinung, dass für mich das Spinnen eine Fertigkeit ist, die ich als Anfängerin erst mal ausloten sollte. Bei dem Herbstfarben-Strang habe ich jedoch trotzdem mit Farben experimentiert, indem ich die einzelnen Segmente trennte und nach meinen Vorstellungen am Rad neu mischte und zusammensetzte. Ich fand das sehr faszinierend und weiß jetzt, wie ich die für mich wichtige Arbeit mit Farben ins Spinnen integrieren kann: mittels Kardieren nämlich.

In our flat there is no space for dyeing experiments, neither for drying larger amounts of yarn (not to speak of the smell…). When I see what people sell as “handdyed” yarn, I clearly understand that dyeing is a craft which is really mastered just by a few people (I don’t mean hobby dyers whose colour experiments are a necessary part of their learning process). And I think that spinning is a craft which I should learn thoroughly, and not only a little bit as I do as a beginner. Spinning the autumn yarn I nevertheless was able to do some colour experiments. I separated the different colours of the roving and put them together anew at the spinning wheel. This was really fascinating, and now I know how to integrate the work with different colours (which is important for me) at the spinning wheel: I will start carding.

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