June 1, 2007 - ט"ו סיון תשס"ז


Meinen Schrank zieren unzählige Pullis, Tops, Jacken, Westen usw. alle selbst gestrickt. Manche Sachen habe ich jahrelang nicht getragen. Langsam reift der Entschluß einiges abzugeben. Doch wem, wohin? Zur Altkleidersammlung? Eigentlich zu schade dafür, außerdem hängt doch irgendwie noch mein Herz daran. Wie handhabt ihr das?

Ich stricke noch nicht so lange, als dass ich da in Verlegenheit wäre. Wenn die Sachen noch gut sind, würde ich wahrscheinlich versuchen, jemanden zu finden, der sie tragen möchte – oder ich würde sie z. B. zum Wandern anziehen, wenn sie dafür geeignet sind. Wenn die Kleidungsstücke verbraucht wären, würde ich sie ohne Zögern zur Altkleidersammlung geben.

Vogue Knitting, Knitting Rules… wurden heute diese beiden Bücher, die Teil einer schon vor längerem aufgegebenen Bestellung sind. Beides sind sehr textlastige Bücher. Das rechte Buch, Knitting Rules von Stephanie Pearl-McPhee, habe ich mir zur puren Unterhaltung angeschafft. Das linke jedoch , The Best of Vogue Knitting, enthält viele sehr interessante Artikel aus allen Bereichen des Strickens. Besonders angetan haben es mir die Abschnitte über spezielle Stricktechniken, Feinheiten und Design.

… were these two books which are part of a larger order. Both are rather text heavy, no patterns. The one on the right side, Knitting Rules by Stephanie Pearl-McPhee, I just bought for fun and mere entertainment, but the other book,  The Best of Vogue Knitting, contains many highly interesting articles from all areas of knitting. I’m very taken with the ones about knitting techniques, finishing, and design. 

Spinnversuch

Nachdem es mit der Handspindel doch ganz gut läuft, habe ich mich heute ans Spinnrad gesetzt, das bisher ja eher dekorativen Zwecken diente. Es ist ein bisschen wie “Alles auf Anfang”, aber nicht ganz. Es ist mir wirklich gelungen, ein paar Meter sehr schwangerer Regenwürmer zu spinnen, bevor das Garn an einer besonders schwangeren wattigen Stelle riss. Ich bin jedoch sehr optimistisch, denn ich bin wesentlich weiter gekommen als bei meinem allerersten Versuch, bevor ich mich in die Handspindel verbiss (im übertragenden Sinne, natürlich).

Für mich war das Üben mit der Handspindel eine sehr gute Methode, um mich an die Faserführung zu gewöhnen, was mir bei diesem Versuch schon sehr geholfen hat. Und jetzt geh’ ich ein entspannendes Spindelchen spinnen und danach ein paar befreiende Reihen stricken.

After I get along with the hand spindle quite well, I tried the spinning wheel again. This served rather ornamental purposes until now. It was a bit like starting anew, but I really managed to spin some meters of very, very pregnant earthworms, before the fleece was torn apart at  a very pregnant fluffy part of the yarn (if you want to call it like this). But I’m optimistic, since it went much, much better than my first attempt, before I got deeply absorbed in the art of using a hand spindle.

Practicing with the top whorl spindle was an excellent method to get used to how to deal with the fibres. This really helped me a lot with my attempt at the spinning wheel. Now I will spin a relaxing hand spindle full of yarn, and after this I will knit some liberating rounds.

Zwiebel-KopfspindelDa hat man die Technik des Handspinnens gerade bewältigt… Nun wollte ich eine neue Spindel, genauer gesagt die Zwiebel-Kopfspindel, die meinen inneren Dandy besonders anspricht, ausprobieren und machte erst mal einen großen Schritt zurück. Das Kardenband riss dauernd, der Faden wurde unregelmäßig… das hatte ich nun davon und das Endprodukt war alles andere als befriedigend und keineswegs auf dem Standard, den ich inzwischen gewohnt bin (siehe rechts im Bild). Eine Spindel später war jedoch alles wieder im grünen Bereich.

After mastering the techique of hand spinning passably, I wantet to try out a new spindle which satisfied my inner dandy to a high amount … and stepped backwards. The fleece was torn apart all the time, the thread became very irregular and everything was very dissatisfying and not at all as I was used to from spinning with my “old” spindle (as seen on the right side of the picture). But one spindle later everything was just fine again.

Spinning in the Old WayAutor: Priscilla Gibson-Roberts
Titel: Spinning in the Old Way
Verlag: Nomad Press
Wer spinnen lernen möchte, lässt es sich am besten von jemandem zeigen, der die Technik beherrscht. Nur leider ist das nicht immer möglich. Im Hamburg des frühen 21. Jahrhunderts scheinen SpinnerInnen ein rares Gut zu sein, ich kenne nämlich keine, die ich einfach mal so heimsuchen kann. Dieses Buch erwies sich als die zweitbeste Möglichkeit, die archaische und gleichzeitig zeitlose Kunst des Spinnens mit der Handspindel zu erlernen.
If you want to learn spinning with a handspindle, it will be best to look out for someone who can teach you. But if you live in contemporary Hamburg, this is not so easy since spinners are quite rare. I did not know anyone I who could give me a quick hand on the task of becoming a spinner. It turned out that this book is the second best possibility for learning this ancient but timeless craft.
Dieses Buch hat nur ein Thema: Spinnen mit der Kopfspindel. Ich habe es passagenweise gelesen, bevor ich meinen spinntechnischen Durchbruch erzielte und kann behaupten, dass es diesem Buch zu verdanken ist, dass ich das Spinnen mit der Handspindel so schnell erlernt habe. Für mich war das Kernstück des Buches die deutliche Erklärung des Spinnvorgangs, der Hand-, Spindel- und Garnhaltung, die Beschreibung des Bewegungsablaufes nebst deutlichen Schemazeichnungen, die mir mehr geholfen haben als jedes Spinnvideo im Internet. Wer das Buch Simple Socks – Plain and Fancy derselben Autorin kennt, weiß um ihre gründliche Annäherung und Analyse grundlegender Techniken. So enthält ihr Buch noch weit mehr rund um das Thema Handspindel als eine Basisanleitung für Anfänger. Es beginnt mit Materialkunde bezüglich Spindel und Rohwolle, enthält aber auch Tipps zum Kardieren, zu weiteren Hilfsmitteln, verschiedenen Spinntechniken, einen sehr erhellenden und ausführlichen Abschnitt zum Thema Zwirnen und zur abschließenden Garnbehandlung.
This book is dedicated to one topic exclusively: spinning with a high-whorl spindle. I read the starter part before managing the technique, and I can say that it would have taken longer without this book. The detailed and clear description of the spinning technique, the hints to hold and move the hands, twisting the spindle, the entire course of movements, all illustrated with plain but clear drawings were more helpful to me than any video displayed on the internet. The ones who know the author’s book Simple Socks – Plain and Fancy know about her in-depth approach and analysis of basic techniques. So this contains much more informations about spinning: material science (spindle and fleece), carding, helpful tools, different spinning techniques, and a very illustrative and detailed chapter about plying and yarn finishing.
Optisch ist es kein “schickes” Buch, aber hätte ich es am Anfang meiner Spinnversuche gelesen, hätte ich mir einige Frustration ersparen können. Es ist ein unschätzbarer Begleiter für jeden, der Spinnen mit der Handspindel erlernen möchte und enthält die beste Anleitung, die ich bisher gesehen habe. Wer als Anfänger von seiner Spindel frustriert ist (und das sind fast alle), dem kann ich dieses Buch uneingeschränkt empfehlen, denn es bewahrt einen vor vielen Irrwegen und Rückschlägen und ist zudem recht preisgünstig. Auch wenn man es geschafft hat, einen ansehbaren Faden zu produzieren, bleibt es durch die Fülle der Themen ein wertvoller Ratgeber.
It’s not a coffeetable blook, but if I had read it before getting started, I would have learned much quicker and had been less frustrated. It’s an invaluable companion for those who want to learn spinning with a handspindle and contains the best instruction I have seen so far. For the ones who get frustrated by their spindles (and this is nearly everybody, I think), this book is highly recommendable. It will keep you from many errors and backstrokes, and it’ well-priced. After managing to produce an acceptable thread, it remains a good companion with lots of information about hand spinning techniques.

Fair Isle - Material in Rot und Blau

Ich plane ja schon seit längerem einen Fair-Isle und habe mir auch schon ein Modell herausgesucht: Donegal von Alice Starmore, zu finden in ihrem Buch The Celtic Collection. Es gab nur ein kleines Problem: Die Originalfarben stehen mir nicht, und das Garn ist außerdem nicht mehr erhältlich. Jetzt weiß ich von einigen Strickfreundinnen und aus der Literatur, dass es nicht so einfach ist mit den Farbzusammenstellungen beim Fair Isle. Wenn man falsch wählt, kann das Muster bis zur Unkenntlichkeit mutieren (man sieht dann nur noch Farbflecken und kein Muster mehr), oder man vergisst bei der Auswahl eine Zwischenstufe, sodass das Muster unharmonisch wirkt. Da man so etwas erst nach gefühlten 100 000 Maschen erkennt, schreckte ich immer ein wenig vor dem Anfang zurück. Die Lösung des Problems nahte, als ich mich an Wolle und Design mit der Bitte wandte, mir ein Garnpaket für diesen Pullover zusammenzustellen (die Farbsicherheit der Besitzerin war von verschiedenen Seiten in den höchsten Tönen gelobt worden). Ich gab meine Farbwünsche an und erhielt gestern mein Paket. Ich bin alles andere als enttäuscht, denn die Farben passen hervorragend, und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das Muster damit perfekt zur Geltung kommen wird. Sobald ich ein paar WIPs abgebaut und die sommerlichen Strickereien beendet habe, werde ich also den Fair Isle ganz, ganz wirklich in Angriff nehmen.

I’m planning to knit a fair isle sweater for quite a long time now and even chose a pattern for it: the Donegal sweater by Alice Starmore from her book The Celtic collection. There was only a little problem: the colours used in the book don’t suit me well, and the yarn has run out. Some of my knitting friends told me that it’s not that easy to choose colours for a fair isle sweater properly, since one can make many mistakes: A wrong colour combination can let the pattern vanish completely, it will not be visible any more except for some cloudy stains. Or one can “skip” one or more shades, so the pattern will become less harmonic and well-balanced. Since this will be recognizes after knitting 100 000 stitches (or so), I flinched from getting started several times. I solved this problem by asking the owner of Wolle und Design to arrange a knitting kit for the sweater and told her the colours I prefer (some friends who attended her workshops praised her feeling for colours and their combination). Yesterday the parcel arrived, and I am really happy with it. I am sure the colours chosen will do best for bringing the pattern out, I just love the shades the lady chose for me. As soon as I will have finished at least some of my WIPs and of my summerly knittings, I will really, really start with the fair isle.

Nostepinne - zweiter Versuch

Ich gebe zu, dass der erste Versuch mit der Nostepinne nicht sehr erfolgreich war. Aber beim zweiten Mal ist es mir doch gelungen, ein sehr annehmbares OstereiWollknäuel zu produzieren. Ich bin von den Knäuelen sehr angetan, da sie außerordentlich stabil und gut transportabel sind.

I have to admit that the first attempt to use a nostepinne was not really successful. But when I tried it for the second time, I produced a really acceptable easter egg ball. I really like this since the balls are very solid and good to carry.

 

Wie diszipliniert bist du? Strickst du immer erst ein Projekt fertig bevor du das nächste beginnst oder hast du einige Dinge gleichzeitig in Arbeit? Wenn ja, dann zähle doch mal auf ! Magst du auch Bilder von den ganzen Projekten zeigen?

*LOL* Der erste war gut. Ich leide oft an Starteritis und habe daher mehrere Projekte gleichzeitig am Laufen. Momentan wäre das:

  • ZigZag-Top,  Marianne  Isager
  • RVO
  • Japanischer Rippenpullover, Marianne Isager
  • Schal LaScala, Hanne Falkenberg
  • Socke den Monats: Mai *hust*

Spinnen mit der Handspindel ist eigentlich einfach, uneigentlich will es gelernt sein. Bei mir gab es einen Punkt, ab dem es lief, ich quasi das Prinzip erkannt hatte.  Ansonsten sind verschiedene Stadien zu erkennen.

  1. Die Spindel wird per Post geliefert und die hoffnungsvolle, zukünftige Spinnerin (also ich) packt das Teil hoffnungsfroh aus, nebst dem mitbestellten Übungsstash. Selbst wenn Spindel und Kardenband für besagte hoffnungsvolle Anfängerin geeignet sind, tauchen die ersten Wolken am Horizont des SpinnerInnenhimmels auf, denn …

  2. das Geräusch, das bei den ersten Versuchen zu hören ist, ist “klonk”, im Norden auch gerne “klöter” genannt, im Süden vielleicht auch “polter”. Das ist die Spindel, die zu Boden fällt, und zwar dauernd, im Sekundentakt sozusagen. Begleitet wird der melodisch-dunkle Aufprallton mit Verbalinjurien besagter Spinnerin (”Scheiße”, “Mist”, etc.). Mein Lebensgefährte, der dem Treiben verständnislos zusieht, meint nur “Das sieht ja etwas mühsam aus”. Danke, das IST mühsam. UND WIE. Ein Teil des Stashes ist zerfasert, die Nerven sind es auch. Mit diesem Stadium hängt unmittelbar zusammen…

  3. das Stadium der Verzweiflung. Man fragt sich, ob man als einziger Mensch auf der ganzen Welt vielleicht zu blöd ist, das Spinnen zu erlernen. Zur Beruhigung der Nerven wendet sich die nun nicht mehr ganz so hoffnungsvolle Spinnerin (leider immer noch ich) einer Tätigkeit zu, die sie beherrscht: Dem Stricken. Kein Klonk, keine dauernd reißenden Fasern, keine Scheiß-Spindel. Dafür Entspannung. Göttlich. Naja, fast. Wenn man nicht das nagende Gefühl verspüren würde, zu früh aufzugeben und überhaupt. Darauf folgt dann das …

  4. Stadium der Recherche. Ich konsultiere sämtliche greifbare Beschreibungen der hohen Geheimwissenschaft, auch Spinnen mit der Handspindel genannt und lese sie nochmal, und zwar extra-gründlich. Auf Videoaufnahmen im Internet, in Büchern etc. sieht das doch alles ganz einfach aus. Das wäre ja gelacht. Abgesehen davon kann ich nicht zulassen, dass die stumpfe Materie über den lebendigen Geist triumphiert. Also auf zum…

  5. Stadium der Wiederaufnahme. Mit frischem Mut und vielen Bildern und Beschreibungen im Kopf starte ich – nun wieder etwas hoffnungsvoller - zum erneuten Versuch. Und der wird auch belohnt: Mit schwangeren Regenwürmern. Die sind zwar nicht schön, und es dauert irre lange, bis man der wie verrückt rotierenden Spindel ein paar Zentimeter abringt (die kringeln sich auch sofort mehrfach um sich selbst, da überdreht), aber der Abstand zwischen dem Geklötere wird größer. Na also. Es geht doch. Wenigstens weiß man, dass es eventuell theoretisch gehen müsste. Der Lebensgefährte, der bisher taktvoll schwieg, fragt vorsichtig an, warum man das eigentlich tut. Eigentlich will er fragen, warum ich mir das antue, aber er ist ein taktvoller Mensch. Und humorvoll, was die folgende Frage beweist: Ob ich im Falle eines Atomschlags imstande sein will, immer noch Wolle für einen Pullover herzustellen. Humorvoll, wie ich bin, lautet meine Antwort: Nein, das wird ein Tanga für Dich. Das Erfolgserlebnis ist bescheiden, denn die Regenwürmer sind entweder ganz irre verdreht oder locker-flockig und ca. 0,5 cm dick. Aber das Erlebnis beflügelt auch und führt zum Stadium …

  6. … “Meine tägliche Spindel gib mir heute”. Das heißt, ich spinne täglich mindestens ein kleines Spindelchen voll. Die Regenwürmer werden dünner, die Nerven proportional dazu stabiler. Ich beginne zu glauben, dass ich es schaffen kann und ganz wirklich spinnen werde. Nun folgt der …

  7. DURCHBRUCH! Der Faden reißt selten, wird dünner und gleichmäßiger. Von Spindel zu Spindel wird es besser. Ich werde enthusiastisch, denn ich habe endlich verstanden, wie man die Fasern zieht, die Drehung koordiniert und in die Fasern laufen lässt. Hierauf folgt das …

  8. Stadium “Die Faser macht, was ich will, und nicht, was sie will”. Meistens jedenfalls. Die Euphorie lässt mich größenwahnsinnig werden, denn ich beginne, eine Freundin, die gerade erst beginnt, spinntechnisch zu beschulen. Außerdem beginne ich, meine Träume vom ersten Pullover aus selbstgesponnenem Garn, das nicht aussieht wie eine Höhlenmenschenklamotte, weiterzuspinnen wie mein Garn. Es macht Spaß, und es geht immer leichter. Das letzte Stadium ist erreicht:

  9. Nein, nicht das Stadium der Perfektion. Aber das der guten Vorsätze. Ich achte sorgsam auf die Garnqualität, ich spinne weiterhin meine tägliche Spindel und werde nächste Woche meine Versuche am Spinnrad starten.

GoKnit PouchesHeute war ich fremdstricken in Flensburg (normalerweise bin ich ja Teilnehmerin des Hamburger Stricktreffs). Das gemeinschaftliche Stricken fand in Utas Wollsucht-Laden statt, wo es sehr gemütlich war. Leider habe ich wieder mal zugeschlagen, vor allem Drops Alpaca. Außerdem brachte mir Dörte von der Wollwerkstatt Kiel noch einen Teil meiner letzten Bestellung mit (Isager Hochlandgarn, Tvinni, Rowan Denim), so dass ich voll bepackt die Heimreise antreten musste. Am Bahnhof verpassten wir ganz knapp den Zug nach Hamburg, so dass wir mit gefühlten 80 000 Besuchern der Kieler Woche eine Stunde warten mussten. Man war zwar etwas müde, aber es war ein toller Tag bei einer außerordentlich netten Gastgeberin. Da nimmt man gerne über zwei Stunden für eine einfache Fahrt in Kauf.

Außerdem habe ich mir noch zwei praktische Utensilien zugelegt: Zwei Go-Knit-Pouches, die man am Gürtel befestigen kann, um jederzeit sein Strickzeug mitführen zu können. Die kleine ist für Socken, die große auch für angefangene Pullover tauglich.

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