April 1, 2007 - י"ג ניסן תשס"ז


Abrieb Seide

Mich würden die unterschiedlichen Meinungen zum Thema Seide als Strickmaterial interessieren. Ich verwende das Material zum ersten Mal. Es ist ein schönes, edles Material, keine Frage. Aber die Freude ist nicht ungetrübt. Ich merke einfach, dass es auch ein sehr empfindliches Garn ist, das sofort auf natürliche Beanspruchung (Reibung) reagiert. Ich erinnere mich dunkel, dass meine Mutter vor mehr als zwanzig Jahren Seide verstrickt hat und ähnliche Erfahrungen machte. Die fertigen Teile sind recht empfindlich und zeigen schnell Gebrauchsspuren (auf dem Bild rechts neben der Raglannaht erkennbar. In Natur ist das natürlich stärker sichtbar, und der Pullover ist noch nicht mal fertig!). Das ist insofern nicht günstig, als es den natürlichen Glanz des Materials beeinträchtigt und ein Grunge-Look bei diesem Material nicht unbedingt erwünscht ist. Und bewegen möchte ich mich in dem Teil schon mal. Also Hinsetzen oder die Arme benutzen sollte nicht zuviel verlangt sein. Nun ist Seide natürlich nicht gleich Seide, auch wenn man Bourette mal außen vor lässt. Wie sind eure Erfahrungen?

Have you ever knitted with silk? I’m higly interested in experiences and opinions. I’m using silk for the first time. It’s a handsome, precious material, no doubt about it. But my enthusiasm is not untroubled: it’s a rather delicate material as well. It reacts strongly on every kind of mechanical exposure, even very light ones (as seen on the photo, on the right side of the raglan seam, and the sweater is not finished yet!). I remember my mother using silk yarn more than twenty years ago, and she made the same experience. This is not a desirable effect, since it diminishes the natural shine of the material and might give it a sort of a grunge look, more suitable for denim et. al. So I’m a bit pessimistic about wearing the sweater after finishing it, because this will enhance the effect, no doubt. Well, there a different kinds of silk yarn, so which experiences did you make?

Wenn man ein neues Produkt in seinem Blog oder in seiner Mailingliste veröffentlicht, bleiben kritische Kommentare meist aus. Das kann durchaus vernünftig sein. Wenn man etwas in einem Blog sieht, was einem nicht gefällt, macht es wenig Sinn, zu schreiben: Boah, sieht das scheiße aus! (abgesehen davon, dass es unhöflich und distanzlos ist). Aber ein wenig mehr konstruktive Kritik fände ich – zumindest in meinem Blog – begrüßenswert. Es macht die Sache spannender, interessanter – und hilfreicher. Meist schweigt man jedoch, wenn einem etwas nicht gefällt, auch wenn man etwas Konstruktives beitragen könnte – jenseits von Geschmacksfragen, über die es bekanntlich müßig ist, zu streiten. Was spricht also dagegen, die Strickleistung zu würdigen, aber anzumerken, dass einem das Modell oder die Farbe nicht gefällt? An dieser Stelle bedanke ich mich für die überwältigend vielen Kommentare für meine Ripple Socks. Auch für die, die sich ein wenig widerwillig dahingehend äußerten, dass ihnen Modell oder Farbkombi nicht gefallen. Ich finde das erfrischend und ehrlich. Es ist echt, es war höflich formuliert, und ich könnte deswegen nicht mal beleidigt sein, wenn ich mir ganz viel Mühe gebe. Natürlich freue ich mich über ungetrübte Begeisterung, aber ein etwas repräsentativerer Querschnitt der Meinungen hat auch was. Ich freue mich nämlich über jeden, der sich die Mühe macht, diesen Blog zu besuchen, meine Arbeiten anzusehen und sich eine Meinung darüber zu bilden.

Ich habe eine Mailfreundin, Arlene. Unser Mailkontakt und unser Spaß daran lebt auch davon, dass wir geschmacklich sehr unterschiedlich orientiert sind. Teilweise finden wir unsere Produkte wechselseitig grauenhaft – und lachen darüber. Natürlich beleidigen wir uns nicht gegenseitig, wenn wir unsere ehrliche Meinung zu den Produkten der anderen äußern. Aber ich weiß, dass sie meine Zopfmusterarbeiten furchtbar findet (Ragna!), und sie weiß, dass ich ihren Barbiekreationen sowie den “sinnentleerten” Projekten nichts abgewinnen kann (ich finde so was abseitig *g*). Trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – inspirieren wir uns gegenseitig. Ohne sie hätte ich nicht zur Lace-Strickerei gefunden. Sie erweiterte meinen Horizont dadurch, dass sie so anders ist, nicht dadurch, dass sie ist wie ich. Sie bringt mich dazu, meine Arbeit zu hinterfragen und dadurch besser zu werden (zum Beispiel würde ich Ragna heute nicht mehr stricken). Und ich ertappe mich bei der Frage, warum die Strickblog-Welt nicht ein wenig mehr sein kann wie Arlene und ich, und ein bisschen weniger, wie sie ist. Es muss doch einen Mittelweg geben zwischen “ich finde die Sache nicht so 100%, daher sage ich nichts” und “ich beleidige jeden, der nicht bei drei auf den Bäumen ist” bzw. fühle mich von jedem beleidigt, der nicht meiner Meinung ist.

Immerhin kann man jederzeit eine kunstvolle Arbeit würdigen, auch wenn das Endprodukt vom Garn oder Modell her nicht gefällt. Warum also nicht sagen, dass einem persönlich das Garn nicht richtig geeignet scheint oder die Farbe das Muster nicht optimal zur Geltung bringt (der eigenen Meinung nach)? Auch als Strickerin ist man oft hinterher schlauer – wenn’s fertig ist und die Zöpfe nicht plastisch genug herauskommen, man aussieht wie ein Klingone in voller Montur (also das Garn zu dick ist), oder ein mehrfarbiges Garn zu unruhig herauskommt für das gewählte Muster. Ich würde mich über solche Beiträge freuen. Ganz ehrlich.

Ich muss allerdings gestehen, dass ich nicht so mutig bin, wie ich es mir wünschen würde. Das liegt daran, dass ich niemanden kränken möchte und ein wenig vorsichtig bin, da ich in anderen Blogs einiges gelesen habe, was mich schlicht befremdete. Sowohl von der einen wie auch von der anderen Seite. Einerseits kann es mir egal sein, was andere von mir denken, andererseits muss ich nicht den virtuellen dritten Weltkrieg anfangen, nur weil ich etwas nicht so wahnsinnig gelungen finde. Ich kann einigermaßen gut formulieren und versuche immer, eine Kritik fundiert und höflich zu formulieren. Nur, wie das bei der anderen Seite ankommt, ist eine andere Sache. Ich bin jedoch der Meinung, dass eine nett und neutral formulierte Aussage der Art “ich hätte das Fransengarn am Bündchen eher weggelassen…” niemanden persönlich beleidigt (wenn doch, liegt das Problem nicht beim Kommentierenden). Die Geschmäcker sind verschieden. Und das ist auch gut so. Wollen wir es rauslassen?

Wollwickler Holz

Mit meinem Plastik-Wollwicker war ich nie richtig zufrieden. Ich fand ihn hakelig und sehr unbequem zu bedienen. Die Alternativen aus Holz wirkten sehr attraktiv auf mich, nur leider waren sie nur in den USA erhältlich, wobei nicht nach Europa geliefert wurde.  Kurz vor Ostern machte mich eine Freundin auf ein Angebot im bekannten Internet-Auktionshaus aufmerksam. Nach kurzem Überlegen schlug ich zu und erwarb eines dieser seltenen Exemplare. Eben ist er angekommen, ich bin begeistert, und ich  gehe jetzt ein paar Knäulchen wickeln.

I was never satisfied with my plastic ball winder. It was not running smooth at all and rather uncomfortable to handle. I was attracted by the wooden winders I saw at the www, but they were only available in the USA, no shipping to Europe. Before Easter one of my friends advised me of an offer at the well known online auctioneer. After thinking a bit I just purchased one of these rare items. It just arrived,  I’m delighted and will immediately start to wind one or the other ball… 

Vogue, Fitted Knits

Neuer Lesestoff ist da! Die Vogue Knitting vom letzten Winter habe ich wegen des Titelmodells bestellt, und weil ich sie mir mal ansehen wollte, in Hinsicht auf zukünftige Käufe. Mein Fazit ist da eher verhalten: Ich bin von dem Heft nicht wirklich begeistert, muss also nicht sein. Anders das Buch Fitted Knits von Stefanie Japel aka Glampyre, denn das gefällt mir ganz ausgezeichnet. Es enthält auf Figur und in Runden gestrickte Oberteile, die mich teilweise zum Nachstricken verleiten werden, die mich aber auf jeden Fall inspirieren. Mal was anderes als die meist locker fallenden Strickteile, die überwiegend gezeigt werden.

 Yesterday some new reading material arrived. The winter issue of Vogue Knitting I ordered because I am highly interested in the pattern shown on the front cover. And I wanted to take a closer look to this magazine. I’m not too delighted by it and will definately not subscribe. The second one is the book Fitted Knits by Stefanie Japel aka Glampyre. I think thisone is an excellent book. It contains rather tight fitting tops which are knitted in rounds. Some of them I plan to knit definately, others really insprire me. They are entirely different from the bigger part of patterns  with a loose fit as found in books, magazines, or the web.

Ripple Socks

Meine Ripple Socks aus dem Buch Socks Socks Socks sind fertig. Ich musste sie unbedingt stricken, mir gefallen sie auch, aber irgendwie finde ich sie auch gruselig. Auf jeden Fall sind sie lustig, und ich wollte mal was ganz anderes machen (das ist mir gelungen, denke ich).

Details:
Muster: Ripple Socks
Quelle: Socks, Socks, Socks; Elaine Rowley
Material: Zitron Trekking XXL, Farbe 107 und Lang Jawoll, Farbe 622
Nadelstärke: 2,25 und 2,5

Da hier abweichende Meinungen ausdrücklich erwünscht sind, steht es Euch frei, diese Socken zu verreißen, wie immer Ihr lustig seid.

The Ripple Socks from the book Socks Socks Socks are done. I absolutely had to knit them, and I like them. But I also think they look a bit horrid. However, the are fun to wear and I wanted to to something entirely different (and so I did).

The Details:
Pattern: Ripple Socks
Source: Socks, Socks, Socks; by Elaine Rowley
Material: Zitron Trekking XXL, colour 107 and Lang Jawoll, colour 622
Needles: 2,25 mm and 2,5 mm

Ich stricke, aber …

nichts aber, ich stricke einfach. Und ich fühle mich frei von jeglichem Rechtfertigungsdrang.

In Strickblogs werden manchmal Meinungen geäußert, die durchaus kontrovers aufgenommen werden. Das kann alle möglichen Themen betreffen, z. B. Socken pro und contra, Garnart oder Qualität, Strickbücher oder Strickstücke, die man bevorzugt oder ablehnt. Teilweise haben die Äußerungen eine recht heftige Gegenwehr zur Folge. Hierbei werden immer wieder die freie Meinungsäußerung und die allseits beliebte Toleranz beschworen.

Ich finde nicht, dass es intolerant ist, etwas nicht zu mögen und das auch zu äußern. Es ist auch nicht intolerant, dies wieder anders zu sehen. Wenn’s nicht so wäre, bräuchten wir nur noch einen Zentralblog, in dem alle allem zustimmen. Ich persönlich finde die x-ten Socken aus irgendeinem selbstmusternen Sockengarn in glatt rechts einfach zum Gähnen, aber ich habe kein Problem damit, dass es für eine andere Strickerin die höchste Seligkeit darstellt, die wiederum meine Sachen furchtbar findet. Und das Schöne ist: Dies alles ist durch die freie Meinungsäußerung abgedeckt.

Manchmal mag der Ton als unangemessen empfunden werden, in dem eine Äußerung gemacht wird. Manchmal ist es auch die darauf folgende Antwort. Denn wer sich und seine Produkte der Öffentlichkeit des Internets stellt, muss damit klarkommen. Ebenso damit, dass nicht jeder die eigene Meinung teilt.

Nachtrag:
Ich denke, die so häufig beschworene “Toleranz” ist eigentlich mehr ein Ruf nach “Harmonie” und “seid doch alle ganz lieb zueinander” Dieses Zitat aus einem Kommentar von Tina finde ich sehr zutreffend, da m. E. dort etwas falsch verstanden wird. Wer gerne beispielsweise Socken strickt, wird feststellen, dass andere dies nicht tun und vielleicht sogar selbstgestrickte Socken nicht tragen wollen. Das macht diese Menschen nicht zu intoleranten Menschen, wenn sie eine entsprechende Meinung äußern. Wäre das intolerant, träfe das auch auf alle Leute zu, die nicht gerne Fahrrad fahren, keine Katzen mögen oder keinen Fisch essen. Intolerant wäre es höchstens, wenn diese Menschen ihre abweichende Meinung bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit anbringen würden, was ich in Strickforen so nicht erlebt habe. Es macht sie auch nicht zu weniger netten Menschen. Auch wird meine Harmonie durch Nicht-Sockenstrickerinnen nicht gestört. Die Diskussion von stricktechnisch relevanten Themen macht einen Blog oft erst richtig interessant – neben schönen Strickstücken. Aber eben nur, da es verschiedene Meinungen zu den Themen gibt. Sonst wären wir wirklich bald beim Zentralblog angelangt.

Ich habe mich mal wieder spontan bei einem Knitalong angemeldet, der mich ebenso spontan begeistert hat. Er hat die beiden Bücher von Charlene Schurch, Sensational Knitted Socks und More Sensational Knitted Socks, zum Thema. Obwohl ich eigentlich genug WIPs habe, konnte ich nicht widerstehen und habe das Chevron-Muster begonnnen, das hervorragend für selbstmusternde Garne geeignet ist. Besonders begeistert mich die Farbzusammenstellung dieser Sockenwolle, die toll zur Geltung kommt.

Spontaneously I registered for a new knitalong which elated me. It’s about the two sock books by Charlene Schurch, Sensational Knitted SocksMore Sensational Knitted Socks. Althouth I have plenty to knit and more than enough WIPs on the needles, I could not resist and started the Chevron-Pattern. It works just great with self-striping yarn. I love the colours I chose for theseones!

Happy Easter 07

Ich wünsche meinen LeserInnen frohe Feiertage, viel Spaß und viel Wolle!

I wish happy holidays, lots of fun and lots of yarn!

Passend zu den Osterfeiertagen zeige ich hier ein Bild, das meine ersten Versuche mit der Nostepinne dokumentiert. Die fallen in die Kategorie “Es könnte schlimmer sein”. Es lief gar nicht schlecht, und ich denke, mit mehr Routine werden die Knäule auch regelmäßiger und weniger eiförmig.

Appropriate for the upcoming Easter holidays I present herewith a pic of my first try using a Nostepinne. Well, the result could be worse, I think. It was not too bad, and I think with growing routinge the balls will be less irregular and less egg-shaped.

Der Grund, warum ich mich an diesem archaischen Instrument versuche, ist, dass ich meinen Wollwickler aus Plastik nicht sonderlich mag und auch anzweifle, dass ihm ein langes Leben beschieden sein wird, denn die Qualität ist eher mäßig. Falls jemand weiß, wo ich in Europa einen Wollwickler aus Holz erwerben kann, bitte ich um Meldungen.

The reason why I used this rather archaic item is, that I’m not too fond of my plastic ball winder. I doubt very much that it will last much longer, since the quality is not too good. If somebody nows where to order a woodenone in Europe, please tell me!

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