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Wir haben fast Mitte März, und ich möchte Osterglocken sehen (wäre allerdings auch mit Krokussen zufrieden), springende Lämmer, hüpfende Hasen, das volle Programm eben. Und was ist? Nix. Die Schneedecke ist immer noch ziemlich geschlossen, und es ist kalt.

It’s almost mid March, and I’d like to see some daffodils right now (or some crocusses at least), jumping lambs, hopping bunnies, the usual. And what’s about it? Nothing. The snow mantle is still pretty compact, and it’s cold outside.

Da ich stricktechnisch eher an großen Projekten herumprökele und nix zum Zeigen habe, habe ich beschlossen, dass ich einen schnellen Erfolg habe und außerdem den Frühling invozieren könnte. Was eignet sich besser als dieses schöne Handschuh-Kit von Riihivilla?

Since I’m working currently on large project which look pretty much the same all the time, I’ve nothing to show. So I decided I need a quick success and to invoke springtime. What’s more suitable for these purposes than this handsome mittens kit by Riihivilla?

Das Garn ist ganz nach meinem Geschmack: Reine, naturbelassene Wolle, die teilweise mit Pflanzenfarben gefärbt wurde. Zudem wollte ich schon immer mal einen klassischen Handschuh aus dem nordöstlichen Kulturkreis stricken.

The yarn is exactly my cup of tea, it’s pure, natural finnsheep wool, some of the colours are dyed with plants or mushrooms. Besides this, I always wanted to knit a classic mitten from the north eastern hemisphere.

Das Kit kommt per Post, ist liebevoll verpackt und enthält die benötigte Garnmenge, eine ausführliche Anleitung mit farbigen charts und ein Foto des fertigen Handschuhs.

The kit is sent by mail, very prettily packed and contains the yarn neccessary for the project, a detailed instruction with a coloured graph and a picture of the mitten.

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Der Workshop ist vorbei, und langsam sackt das Erlebte: die neuen Leute, das neu gelernte, die Atmosphäre, die geballte Kreativität. Außerdem können acht Stunden Spinnen an einem Tag ganz schön anstrengend sein.

The workshop for advanced spinners is over, and now I’ve processed a lot of it in my mind: meeting new people, learning new things, the atmosphere, the cumulative creativity. Besides this, eight hours of spinning for a day can be pretty exhausting.

Ich hatte mich ja entschlossen, an diesem Wochenende mal völlig neue Wege zu gehen, abseits von dem, was ich sonst immer tue, und das ist mir gelungen (wobei ich mit so etwas nicht wirklich Schwierigkeiten habe). Ich habe Materialien und Farben verwendet, auf die ich von mir aus nicht gekommen wäre, und ich habe sie zu Garnen versponnen, die ich zu Hause bisher nicht gesponnen habe, was nicht nur an der technischen Unzulänglichkeit lag.

I decided before that I would try something completely new this weekend, to do what I normally never do, and this worked out pretty well (but I have no difficulties with trying something new at all). I used materials and colours which never came to my mind before, and I created yarns with them I haven’t spun before, and the lack of knowledge of the technical details was not the only reason for this.

Wie ich bereits schrieb, bin ich sehr zufrieden, und nun beobachte ich, wie sich das, was ich während des Workshops lernte und tat, ganz selbstverständlich mit dem verbindet, was ich normalerweise tue. Das ist eine spannende Erfahrung, zeigt es doch, dass ich mir neue Wege nicht nur aus der Ferne angeschaut habe, sondern dass ich die neuen Erfahrungen sinnvoll integrieren kann. Auf jeden Fall entsteht gerade etwas ganz Eigenes.

As I wrote before, I’m very satisfied with the results of this workshop, and now I feel how the things I learned in class combine in a very natural way with the things I normally do, and this is a thrilling experience. It proves that I don’t just try out new things, but that I’m able to integrate them in a way that makes sense to me. There are new things to come.

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Ich habe jedenfalls mein geliebtes Henkys entstaubt, das Rad, das gutmütig alles mitmacht, und ein Garn in einer Technik gesponnen, die ich mir während des Workshops abgeschaut habe, für die jedoch nicht genügend Zeit blieb. Es ist ein Beitrag für einen Forenwettbewerb mit dem Thema “Mythologie”. Ich habe zwei verschiedene grüne Fasern (Corridale solid, Merino semi-solid) und ungebleichtes Leinen versponnen. Mein Thema ist “The Green Man”. Gewinnen werde ich damit nicht, denn das Garn ist zu wenig ausgefallen; ich habe mich entschieden, auf das Einspinnen plakativer Goodies zu verzichten und nur die Fasern wirken zu lassen. Technisch ist das Ganze sehr einfach: Man verspinnt ein Garn für sich und eines mit Leinen, und beim Zwirnen lässt man mal das eine, mal das andere dominieren.

Well; I blew the dust from my beloved Henkys spinning wheel and spun a yarn, still full of impressions. I tried out a technique I watched others doing during class (I didn’t find the time to do so). This will be contributed to a competition in a spinning community, the theme is “Mythology”. I spun two different kinds of green wool roving (semi-solid merino and solid corridale and some linen fiber). The theme of it is “The Green Man”. This won’t win, it’s not unusual enough, and I abstained from spinning some goodies in but decided to let the fibers do the whole job alone. Technically it’s quite easy: I spun two bobbins, one with the semi-solid merino, one with the solid corridale, mixed with some unbleached linen fibers. When I plied I let dominate the two singles alternately.

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Technical Details / Technisches:
Name: Green Man
Fibers / Material: Merino (semi-solid), Corridale (solid), Linien (unbleached)
WPI: 6
Plying/Verzwirnung: 2ply, alternately dominating
Weight/Gewicht: appr. 40 g

Dieses Wochenende habe ich eine Art Wochenendurlaub gemacht, allerdings ohne Übernachtung außer Haus und ohne die Stadt zu verlassen: Ich habe einen Spinnkurs für Fortgeschrittene besucht, zu dem Jana Muchalski eingeladen hatte.

This weekend I took a time off, without being away from home during nighttime and without leaving Hamburg. I attended a workshop for the advanced spinner.

Ich versprach mir davon, neue Techniken zu lernen und vor allem meinen Horizont zu erweitern. Es ging einfach um den Spaß am Machen, die Lust am Material, ohne ergebnisorientiertes Denken oder die Frage “Was mache ich jetzt konkret damit?”. Und ich wurde nicht enttäuscht.

I wanted to learn some new techniques, to have fun with spinning, with the materials provided, without thinking what to do with the results … just spinning. And I was not disappointed at all.

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Wir waren sechs Teilnehmerinnen, alles sehr nette Frauen, und wir waren zunächst erschlagen von der Fülle des Materials. Es gab Rohwolle aller Art, natur, tierischer, pflanzlicher und künstlicher Herkunft, es gab Glitzerkram, eine Fülle verschiedenster Garne, Flocken, Locken, Filzkugeln, und wir konnten aus dem Vollen schöpfen.

We were six students, all of them very nice and friendly, and all of us were crushed down by the multitude of the material provided. There were rovings of all kinds (plant fibers, animal fibers, artificial stuff, natural shades, plant dyed fibers, acid dyed fibers, locks, flakes, glitzy stuff, all kind of plying yarns, felted items …), and we could use whatever pleased us.

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Ich habe wirklich nur einen Teil des Materials fotografiert, damit man einen Eindruck von der Fülle bekommt.

I took pictures of just some of the material provided, for a quick impression.

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Ich hatte mich entschlossen, meine üblichen Vorlieben für dieses Wochenende außer acht zu lassen und mich auf Neues einzulassen, was sich in den von mir hergestellten Garnen niederschlägt.

I decided to leave my usual yarn preferences aside and to try something completely new, and this shows in the yarns I spun during the weekend.

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Wir hatten zwölf Stunden Zeit, um uns, die Materialien und alle möglichen Techniken auszuprobieren, acht Stunden am Samstag und vier am Sonntag. Zunächst sollten wir ein “Einstiegsgarn” spinnen, ohne Anleitung, einfach, was uns einfällt. Ich blickte finster auf den frischgefallenen Schnee und spann “Awaiting Spring”, ein weiches Garn aus einer Merino-Seidenmischung mit bunten Texelflocken und mit einem schwarzen Faden verzwirnt.

We had twelve hours to try materials, all kind of techniques and ourselves (eight on Saturday, four on Sunday). For warming up we spun a yarn without any suggestions or instructions, just what came to our minds, and I gave the freshly fallen snow outside a dirty look and spun “Awaiting Spring”, a soft yarn spun of a silk-merino blend with colourful flakes (Texel), plied with a black thread.

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Awaiting Spring

Dann ging es los mit den verschiedenen Techniken, die Jana wirklich anschaulich und geradezu idiotensicher erklärt hat – Erfolgserlebnisse bei entsprechenden Vorkenntnissen waren garantiert. Ich – entschlossen, alles anders zu machen als sonst, auch was die Materialien anging, spann ein Dick-dünn-Garn, das dann mit einem passenden Faden zu weichen Coils verzwirnt wurde.

Then we began to adapt different techniques which Jana explained really clearly and idiot-proof – success granted. I decided to leave the usual paths completely and spun a thick-thin yarn which I plied with a thin thread into soft coils.

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Thick-Thin Coils

Danach zog mich ein ausgefallenens Noppengarn an, und es entstand dieses Garn aus Blue Faced Leicester, einem raueren Vlies und einem Lurexfaden.

After I mastered thisone I was attracted by an unusual slub yarn, and I spun the following yarn, using Blue Faces Leicester, a green fleece and a lurex thread.

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Green Slubs

Dicht auf dem Fuße folgte eine Art Dreadlock-Garn aus aquafarbenem Blue Faced Leicester, verzwirnt ebenfalls mit einem Lurexfaden.

This was followed immediately by a greenish-blue dreadlock yarn made of Blue Faced Leicester, plied with a lurex thread again.

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Die Zeit reichte nur noch, um ein echtes Dochtgarn anzufangen, für das ich das Material aus verschiedensten Komponenten selbst kardierte. Beendet habe ich dieses Garn am Sonntag.

There was not much time left, so I carded some components into a soft batt which I wanted to use for a corespun yarn which I finished on sunday.

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Corespun

Mein Favorit war die nächste Arbeit, weiße Supercoils aus derselben Merino-Seidenmischung, die ich auch für mein Anfangsgarn verwendete. Ich bin richtig verliebt in die reiche, opulente Struktur des Garns, die keine Farbe braucht.

My very favourite was the next task, white supercoils spun of the same merino-silk blend which I already used for the intial yarn. I really fell for the rich, opulent structure of this yarn which doesn’t need any colour.

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White Supercoils

Danach kam der Härtetest: Wir sollten etwas spinnen, was wir eigentlich zutiefst ablehnten, was uns total widersprach. Ich entschied mich für einen wilden Mix aus allen möglichen Materialien, die ich in zufälliger Reihenfolge verspann. Es ist wirklich alles dabei, von unbehandelten Gotlandlocken bis zu Glitzerkram. Zum Zwirnen verwendete ich verschiedenfarbige dünne Baumwollfäden und die Wilde-Netzzwirn-Technik.

After I finished thisone (which made me really happy), the hardest task ever was to be done: We were told to spin something we really hated, what we never ever would just think of. I decided to try a wild mixture of all kinds of fibres, from natural gotland locks to glitz. I plied this with thin cotton yarn in three different shades and used the “wild netted plying” technique.

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The Worst Thing

Jana ist eine Lehrerin, die zu inspirieren und zu instruieren versteht, ohne zu dominieren, und ich habe eine Menge Ideen mitgenommen und ganz nebenbei mein Spektrum an Spinntechniken gewaltig erweitert. Das Wochenende ging viel zu schnell zu Ende, und ich werde bestimmt wieder so einen Workshop belegen.

Jana is a teacher who knows to inspire and to instruct without dominating. I took a bunch of ideas with me, and as a side effect, I learned many new techniques. The weekend came to an end too quicky, and I definately will attend such a workshop again.

Zum Schluss noch ein Foto der Garne aller Teilnehmerinnen.

At the very end of the story comes a picture of all yarns spun during these two days.

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Wie hältst Du es mit Deiner Blogroll? Hast Du überhaupt eine? Wenn ja, welche Blogs nimmst Du dort auf?
- die, die Dir besonders gut gefallen?
- die, die sich aus der Masse der Strick- und Handarbeitsblogs hervorheben?
- die Deiner (Internet-) Freunde
- die, die Du regelmäßig liest (als Feedreader-Ersatz sozusagen?

Ja, ich habe eine Blogroll, wenn auch nur eine ziemlich kleine. Dort finden sich Blogs, die thematisch mit dem zu tun haben, worüber ich auch handarbeitstechnisch berichte. Ich lege Wert darauf, dass die Blogs ihre Themen umfassend behandeln, gut beschreiben und über das Übliche, was man überall lesen kann, hinausgehen, z. B. interessante Perspektiven eröffnen. Sehr gerne nehme ich auch “Spezialisten”-Blogs, die sich einem, manchmal recht exotischen Thema sehr ausführlich widmen. Kurz gesagt, es sollte etwas Außergewöhnliches dran und interessant bzw. horizonterweiternd sein.

Ein paar Strickfreunde sind auch dabei, allerdings in der absoluten Minderheit. Und als Exot: Herr Jinx und seine Softwareentwicklungsspielereien, die so esoterisch sind, dass sie vermutlich nur von gefühlte fünfzig Menschen verstanden werden (dafür finden seine Adepten sich dann bei knittinganarchist.de wieder, wenn sie sich durchklicken …).  Aber dies sind die Ausnahmen, für meine Blogroll gilt: Inhalt geht vor Freundschaft.

Eines ist mein Blog nicht: Ein Feedreader-Ersatz. Zwar sind die Blogs, die in der Blogroll aufgeführt sind, auch im Feedreader, aber wäre es auch umgekehrt, würde das den Rahmen des Vernünftigen sprengen.

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Gestern habe ich meine Kompensation für den handgestrickten Fanschal erhalten, den ich für Frau Jekylla angefertigt habe: eine Karte für das Spiel St. Pauli gegen Bielefeld. Mutter Jinx schärfte mir ein, unbedingt Fotos zu machen, und ich leistete dieser Anweisung Folge. Beschränkt habe ich mich allerdings auf das „Drumherum“, nicht auf actiongeladene Sportfotos, für die mir die Ausrüstung und auch die Erfahrung fehlt. Abgesehen davon: das mit dem „actiongeladen“ war bei diesem Spiel so eine Sache, aber dazu später mehr.

Es war nicht mein erstes Fußballspiel in einem Stadion, aber das erste, das ich im Stadion am Millerntor sah. Nun geht niemand ins Stadion, um „nur“ das Spiel zu sehen, denn das kann man auch zu Hause, im Warmen, im Sitzen und mit einer Wiederholung spannender oder strittiger Szenen. Im Stadion sind auch andere Dinge wichtig, und das ist vor allem das gemeinschaftliche Erleben mit netten Leuten und die Stimmung.

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Die Haupttribüne: auf dem Transparent steht “Seit 1990 erstklassig – Kein Fußball den Faschisten”

Meine früheren Bundesligaerlebnisse waren gerade in dieser Hinsicht eher unangenehm, in Frankfurt saß man mit Leuten auf der Tribüne, mit denen man normalerweise nicht mal tot über dem Zaun hängen möchte, und oft habe ich wegen rassistischer Gesänge oder auf den Rasen geworfene Bananen das Stadion vorzeitig verlassen und draußen auf meine Begleitung gewartet.

Auf St. Pauli ist so etwas natürlich ganz undenkbar, der Verein betreibt seit 20 Jahren auch offiziell eine strikt antirassistische, anti-ausländerfeindliche und überhaupt Anti-Menschenverachtungspolitik (als erster Bundesliga-Verein überhaupt), und Gefahr droht in diesem Stadion nur, wenn Hansa Rostock mit seinen auf unangenehme Weise erlebnisorientierten Fanszu Gast ist.

Anders ist auch die Auslastung des Stadions. Normalerweise würde man eine Zweitligapartie gegen Arminia Bielefeld nicht unbedingt als Zuschauermagnet bezeichnen, aber natürlich war das Stadion ausverkauft, und auf den Stehplätzen stand man kuschlig eng beieinander. Frühzeitiges Erscheinen ist ratsam, wenn man bequem stehen will.

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In der Südkurve – ich brauchte Stunden, um die Papierschnipsel loszuwerden.

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Die Arminia-Fans. Fast könnte man meinen, es wäre der HSV (von den Farben her)

Unsere Plätze waren auf der Südtribüne, neben dem Block der Ultras, wo es noch ein wenig lauter ist als anderswo im Stadion (das war zumindest mein Eindruck). Lange vor dem Anpfiff, man fror noch nicht, wärmte das Bier, und die Schwaden, die über Teile der Tribüne waberten, genügten, um sich stoned zu fühlen.

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Kennengelernt habe ich diverse Fangesänge, z. B. „St. Pauli – Schalalala“, oder „magischer St. Pauli, siege für uns“, aber auch „Ihr seid ‘ne Schauspielertruppe“ (zur Melodie von Guantanamera), wenn bei der gegnerischen Mannschaft ein Spieler nach dem Prinzip „halb zog es ihn, halb sank er hin“ zu Boden fiel. Gesungen wird eigentlich zu vielen Gelegenheiten, z. B.

  • wenn St. Pauli im Ballbesitz ist

  • wenn die gegnerische Mannschaft im Ballbesitz ist

  • der Ball irgendwo anders ist

  • St. Pauli eine Torchance hat

  • die gegnerische Mannschaft eine Torchance hat

  • eine Mannschaft ein Tor macht (egal welche)

  • eigentlich gar nichts passiert

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Vor dem Anpfiff

Aber nun zum Spiel: Das ist ja so eine Sache, gerade mit St. Pauli. Die Fans gingen durch ein ganz langes, ganz tiefes Tal mit ihrer Mannschaft, und inzwischen ist man froh, in der zweiten Liga ziemlich weit oben in der Tabelle gelandet zu sein. Aber das bedeutet nicht, dass die Leidenszeit zuende ist – Als St.-Pauli-Fan muss man wohl eine gewisse Leidensbereitschaft mitbringen.

Natürlich steht man nicht nur mit tausenden von Fans im Stadion, sondern auch mit tausenden von Trainern, Sportreportern oder Kritkern. Ich durfte feststellen, dass es durchaus erlaubt ist, auf die eigene Mannschaft zu schimpfen, wenn die Leistung hinter den Erwartungen zurückbleibt, aber Pfiffe wie in anderen Stadien gab es nicht – weder für die eigene Mannschaft noch für den Gegner. Schmähgesänge für Arminia? Fehlanzeige. Das macht die Atmosphäre sehr angenehm und entspannt, was sich in einer großen Zahl von weiblichen Besuchern, teilweise nebst Kindern, niederschlägt. Jedenfalls hörte man durchaus Kritik wie „Das ist ja Kreisklasse“ oder „gut, dass ich keine Dauerkarte für die nächste Saison bekommen habe“, aber an der Hingabe ändert es nichts – oder nur wenig.

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Die Herren auf dem Zaun sind zuständig für die Choreographie der Ultras.

Ach ja, das Spiel. Das hätte in der ersten Halbzeit durchaus ein wenig dynamischer sein dürfen. Das Zuspiel bei St. Pauli wirkte teilweise doch verbesserungswürdig, und man hatte – da man in der ersten Hälfte hinter dem Tor der Heimmannschaft stand, schon ein bisschen Angst, wenn Arminia eine Torchance herausspielte. Irgendwann stand es dann auch 0:1 für den Gegner. Man ging also recht unzufrieden in die Pause, und in der zweiten Halbzeit war das heimische Tor weit weg, und man konnte das Elend nicht so genau sehen (dafür aber das vor dem gegnerischen Tor sehr genau …).

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Nach der Halbzeit: Die Spieler kehren auf den Platz zurück

Die zweite Halbzeit war temporeicher, auch spielte St. Pauli diverse Chancen heraus und war oft im Ballbesitz, aber bei einer fatalen Mischung aus ungenügendem Zuspiel, Pech und eigenartigen Schiedsrichterentscheidungen (die prompt mit Rufen wie „Schieber“ oder „Hoyzer“ quittiert wurden) gelang der Ausgleich leider nicht, und das Spiel endete mit dem Halbzeitstand (wenigstens kassierte St. Pauli nicht noch ein Tor).

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Die Arminen lassen sich von ihren mitgereisten Fans feiern, während die Mannschaft von St. Pauli eher eine Art meditativen Abendkreis bildet.

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Trotz der Niederlage wird die Mannschaft gefeiert. Es sind eben irgendwie Helden, unsere Weltpokalsiegerbesieger, ob sie gewinnen oder verlieren.

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Der Halbzeitstand, der auch der Endstand war

Nicht genug loben kann man die friedliche Atmosphäre im Stadion – keine bengalischen Feuer, keine Randale, ein Bierbecherwurf gegen die Schiedsrichter wurde von den Fans sehr scharf kritisiert, Arminia- und Pauli-Fans verließen das Stadion gemeinsam und – es gab keine sichtbare Polizeipräsenz. Ich hätte nur gerne gesehen, wie St. Pauli gewinnt oder wenigstens ein Tor schießt, also muss ich wohl wieder hin. ;)

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Ein schöner Nachmittag mit schöner Atmosphäre und sehr netten Leuten!

Ich war wieder auf Tour, nach einem langen und sehr eisigen Winter, und diesmal war es Rostock, wohin ich einen Tagesausflug unternahm. Meine Vorstellungen von Rostock waren vage, ich wusste, dass es vor dem Zweiten Weltkrieg eine der schönsten Städte in Deutschland war, mit weitgehend erhaltener historischer Bausubstanz.

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Zunächst besuchten wir ein schönes Cafe in dem mittelalterlichen Kloster Zum Heiligen Kreuz, wo man gut essen und gemütlich sitzen kann.

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Rostock – in der Nähe der Universität: Alt neben Neu-Alt

Da wir uns während des langen Winters in ausreichendem Maße in geschlossenen Räumen aufgehalten hatten, beschlossen wir, auf Kirchen- und Museumsbesuche zu verzichten und stattdessen den historischen Stadtkern zu Fuß zu erkunden.

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Rostock – Der Neue Markt

Da die Altstadt zum größten Teil zerstört war, findet sich dort eine Mischung aus wenigen historischen Bauten und vielen Rekonstruktionen. Für mich als Kunsthistorikerin war es ein Lehrstück zum Thema Wiederaufbau und dessen Grenzen. Der Neue Markt mit dem Rathaus wurde als zentraler Platz sehr sorgfältig und aufwändig wiederhergestellt, die barocken Fassaden, die an holländische Giebelhäuser erinnern, sind liebevoll und wohl auch weitgehend historisch restauriert worden. Dies gilt auch für das Rathaus, einer Schaufassade in mittelalterlicher norddeutscher Backsteingotik, dem ein barocker Vorbau vorangestellt wurde.

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Neuer Markt – Rathaus

Der Neue Markt vermittelt auch heute noch einen Eindruck, wie schön Rostock gewesen sein muss. Er ist das Zentrum des neueren Teils der Altstadt, der ältere liegt in der Nähe der Warnow, und auf diesen waren wir besonders neugierig.

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Auf dem Weg in die Altstadt: Hinteransichten


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Während der obere Teil des historischen Stadtkerns breitere Straßen und einen großzügig angelegten Platz (den Neuen Markt) aufweist, ist der mittelalterliche Teil deutlich enger bebaut; die Straßen sind kleine Gassen, und die Häuser sind deutlich schmaler und niedriger.

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Internationaler Klub der Seeleute – ein leider verfallenes Relikt aus DDR-Zeiten

Auch hier gilt: Es steht Alt neben Neu, das dem Alten nachempfunden wurde, und hier zeigen sich deutlich die Grenzen des Wiederaufbaus.

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Altstadt – Speicherhaus

Es ist möglich, bei entsprechendem Dokumentenbestand, zerstörte Gebäude originalgetreu wiederaufzubauen. Dies ist vor allem bei zentralen Sehenswürdigkeiten, also bedeutenden Kirchen, Rathäusern, Schlössern oder auch dem Baubestand von zentralen Plätzen möglich. Existieren entsprechende Dokumente wie Pläne, Fotografien oder Zeichnungen nicht, kann man nur versuchen, die historischen Bauten nachzuempfinden, das heißt dann “im Stile von”. Letztendlich darf auch der finanzielle Aspekt nicht außer Acht gelassen werden; Gelder für den Wiederaufbau fließen eher in gut dokumentierte Projekte von hohem denkmalpflegerischem Rang.

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Altstadt – Speicherhaus

Es ist offensichtlich, dass reichere Rostocker die Altstadt verließen um an höher gelegenen Plätzen zu bauen, die Stadt dehnte sich in die vom Fluss abgewandte Richtung aus. Die engen Altstadtgassen mit ihren schmalen, kleinen Häusern dürften auf begütertere Bürger wenig Anziehung ausgeübt haben. Heute bietet sich ein oberflächlich einheitliches Bild, was aufgrund der stilisiert aufgebauten Häuser für das Auge eher anstrengend ist. Abträglich ist auch, dass die engen Gassen für den Autoverkehr offen sind.

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Getreidespeicher an der Warnow mit den allgegenwärtigen PKWs. Ein Gebäude aus einer Zeit, in der Rostock vermeintlich großen, in Wahrheit aber sehr kaputten Zeiten entgegensah.

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Altstadt – Getreidespeicher aus dem 19. Jahrhundert. Auch hier wieder: Alt neben Neu-Alt

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An der Warnow – Stadtansichten, die zu vermeiden sind: Ein hübsches Gebäude und ein liebevoll gestalteter Container (?) vor nervtötendem Straßenverkehr und wenig Fußgängerüberwegen (Querung für Fortgeschrittene, Paris-Erfahrung ist von Vorteil)

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Am Hafen – Historischer Kran

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Am Hafen – Die Warnow ist noch zugefroren

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Am Hafen – Aufwändig gestalteter Container (?)

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Windspiel – Segel im Wind, Metallplastik von Achim Kühn, 1988

Erfreulich ist, dass dieses für die DDR typische Kunstwerk nicht entfernt wurde. Die Gebäude sind modern, passen sich aber der für Rostock und dieses Viertel typischen Bauweise an.

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Auch neuere Plastik und die Laternenmasten verweisen auf die maritime Tradition Rostocks. Die Möwe auf der Möwe war allerdings reiner Zufall.

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Und noch ‘n Speicherhaus, unterhalb der Langen Straße.

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An der Langen Straße – Stalinistische Zuckerbäcker-Einschüchterungsarchitektur meets norddeutsche Backsteingotik. Diese Straße wurde nach dem Zweiten Weltkrieg verbreitert und neu gestaltet.

Es ist offensichtlich, dass man sich in Rostock bemüht hat, die historische Altstadt so aufzubauen, dass man einen Eindruck vom historischen Stadtbild bekommt. Wo man sich zur Neugestaltung entschloss, wurde auf die regionale Architekturtradition Rücksicht genommen, das heißt, in der Innenstadt sucht man großflächige Plattenbauwüsten vergeblich. Rostock ist nicht Dresden, aber leider lässt auch die liebevollste und sorgfältigste Rekonstruktion die frühere Schönheit Rostocks nur erahnen.

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Just some impressions from my one-day trip to Rostock.

Wir träumen mal: Du hast im Lotto gespielt und so viel Geld gewonnen, dass Du Dir Deinen allergrößten Traum verwirklichen kannst. Natürlich soll der mit unser aller Hobby zusammenhängen. Willst Du einen Wollberg so hoch wie die Zugspitze aufbauen, Dir ein Meer voller feinster Kaschmirflocken anlegen
oder…?

Ich kann ganz genau sagen, was ich dann tun würde: Ich würde Herrn Jinx und Mutter Jinx einpacken und endlich nach Großbritannien übersiedeln  – in eine abgelegene, überwachungsspinnerarme Gegend. Dann würde ich mir ein Cottage zulegen, wo ich meiner Leidenschaft für Faserverarbeitung frönen könnte und auch auf diesem Gebiet forschen würde – theoretisch wie praktisch. Außerdem würde ich mich aufs Schreiben verlegen.

Ich möchte gerne wissen, wo Ihr denn Eure Wolle am liebsten kauft: online oder im Wollgeschäft? Und warum kauft Ihr sie da?

Wenn es die Wolle, die ich haben möchte, in einem mit für mich vernünftigen Aufwand erreichbaren Wollgeschäft gibt, kaufe ich sie lieber im Wollgeschäft. Wenn das nicht der Fall ist, kaufe ich sie lieber online.

Der Grund ist, dass ich Wolle kaufen möchte, die mir wirklich gefällt und keine Verlegenheitslösungen.

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… wächst mein aktuelles Mitnehm-Gestricke, das Tuch Herbivore von Stephen West. Es ist ideal, da es fast mindless und ohne Charts zu stricken, aber nicht langweilig ist. Nachteilig sind allerdings die vielen links-verschränkten Maschen auf der Rückseite.

Wie es sich für einen ordentlichen Pflanzenfresser gehört, stricke ich in Grün. ;)

… my actual knit-a-go-go project, the Herbivore shawl by Stephen West. It’s ideal because it’s almost mindless (not necessary to carry the charts with me) and not boring at all. The disatvantageous thing about it are the tons of “purl through back loop” stitches.

As it should be for a real herbivore I chose a green yarn. ;)

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